Schnitt und Schnittchen

Wer steckt hinter Schnitt und Schnittchen?

Ich bin Yvonne Ammer aus Altenburg

Eigentlich wollte Yvonne Ammer als Kind Hebamme werden. „Mich faszinierte einfach die Tatsache, Laben auf die Welt zu holen“, sagt die heute 50-Jährige. „Irgendwie steckt ja auch schon in meinem Namen Ammer das Wort Amme.“

Hebamme blieb ein Kinderwunsch, wie auch der eigentlich erlernte Erstberuf Näherin nur eine Art Zwischenetappe war. Denn gearbeitet hat sie später jahrzehntelang als Friseurin – später auch als Friseurmeisterin und SALONleiterin. „Ich bin dann doch eher zu meinen Wurzeln zurück gekehrt, denn die Kunst des Frisierens lag bei uns ja in der Familie.“ Immerhin waren oder sind in ihrer Familie etliche Mitglieder im Metier der schönen Haare unterwegs.

Das Wort Salon will sie übrigens mit Bedacht und Hintersinn groß und fett geschrieben wissen – steht SALON doch sinnbildlich für einen Schwerpunkt der künftigen Ausrichtung, oder besser SALONkultur. Aber dazu später.

Anfang 2017 trat Stadtmensch in ihr Leben und krempelte es nachhaltig um. Sie wollte weg vom klar strukturierten Friseurhandwerk. „Ich wollte mehr mitgestalten und meine eigenen Ideen in die Stadt schmeissen.“ Die 50-Jährige startete sozusagen als Stadtmenschin neu durch und wurde begeisterte Bufdiene bei der Farbküche, einem der Anker des  Stadtmenschenprojektes.

Das Ziel dieses anderthalbjährigen Ausflugs in die Vielfalt sozialer Projekte war, von Anbeginn, daraus eine stetige Berufung zu machen. „Das war uns vom ersten Tag an klar.“

Jetzt sind die 18 Monate um. Yvonne und ihre Unterstützer in einem mittlerweile großen Netzwerk machen jetzt wie geplant Nägel mit Köpfen: „Schnitt und Schnittchen“ heißt das jüngste Kind aus der Ammerschen Kreativschmiede.

Aber was steckt dahinter? Kurz gesagt kehrt Yvonne damit zurück zu ihren Wurzeln als Friseurmeisterin, packt dazu aber all jene Erfahrung aus der intensiven Zeit als Bufdiene. Und sie betritt damit mutig NEULAND.

„Für mich ist es wie eine Art Tauschzentrale. Es wird ein Geben und Nehmen zum Wohle der Stadt Altenburg und der hier lebenden Menschen sein. Sie lassen mich und uns von ihren Stärken und Fähigkeiten jeder Art profitieren. Ich sorge im Gegenzug für das Wohlfühlen auf dem Kopf“. Umschreibt es Yvonne. An das leibliche Wohl ist auch gedacht: Bei Tee und Schnittchen redet es sich bekanntlich leichter.

„Schnitt und Schnittchen“ soll ein Ort der Begegnung und des Austauschs werden und ist offen für jeden.

„Eine typische Salonkultur eben, wie sie schon 1605 entstanden ist, um einen allumfassenden Gedankenaustausch miteinander in einem gemütlichen Ambiente erlebbar zu machen. Ich übernehme dort sozusagen den Part der Salondame und sorge bei meinen Besuchern sowie Machern als Frisörin auch äußerlich für neue Köpfe“, sagt die Neugründerin.

Welcher Art diese Projekt sein werden, ist den Initiatoren überlassen. „Egal, ob Ausstellung, Lesung, Seminare, Workshops oder Sofakonzerte. Grenzen werden da nicht gezogen. Wir geben lediglich den Raum und Rahmen zur Entfaltung“, sagt Yvonne.

Der neue Stadtmensch-Ankerpunkt soll sein Domizil am Kornmarkt haben und ist für die nächsten zwei Jahre von der Robert Bosch Stiftung als Neulandgewinnerprojekt aus über 200 Projektbewerbungen ausgewählt worden.

Schnitt und Schnittchen
für Kopf und Seele

Mehr über mich

In einem exklusiven Interview erklärt Yvonne, dass ihr schon immer klar war „Mit 50 mache ich nochmal was anderes!“

„Neben frischer Frisur gibt es Kunst, Kuchen und Kultur“
… und zwar alles bei Schnitt und Schnittchen!

Yvonnes Lebensaufgabe ist es Freude zu verbreiten. Wie genau das aussieht und warum jeder eine Yvonne braucht.